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Das Werk von Jörg Immendorff (1945-2007) zählt zum Wichtigsten, was die jüngere deutsche Kunst je zustande gebracht hat. Immendorff war zeitlebens ein engagierter, politischer, die Zeitläufte kritisch betrachtender und dafür oft kritisierter Künstler, der sich wie wenige andere in fast allen Medien zu Hause fühlte. In seinem OEuvre besitzen Grafiken eine herausragende Stellung, da sie die in der Malerei (zuerst) verwandten Motive teils weiter führen, teils in neuer Diktion auflegen. Die Grafiken dienen der Verdichtung und Vertiefung der aus der Malerei bekannten Motive und Intentionen. Wie seine Vorgänger in der Renaissance nutzte Immendorff die Grafik, um seine Ideen und seine Meinung, seine Haltung als Humanist wie als Künstler „unters Volk zu bringen“.

 Cafe D. gut 2007
Linolschnitt auf Büttenpapier
67 x 53 cm
signiert & nummeriert Auflage: 60
Einige Grafiken aus der Auflage werden in Kürze über einen unserer Partner angeboten.
Das letzte von Jörg Immendorff freigegebene grafische Werk! wird ins neue Werksverzeichnis aufgenommen
Linolschnitt Grafische Drucktechnik, die dem Holzschnitt verwand ist. Der „Schnitt“ wird mit verschiedenen Messern ausgeführt (Hohleisen, Stichel, etc.); gedruckt wird, was als Grat oder Fläche vom Druckstock, der Linolplatte, stehen bleibt. Arbeiten können aus einer oder mehreren Druckplatten bestehen (verschiedene Farben); Immendorff hat seine Linolschnitte auch immer wieder mit Schablonen farblich variiert (ein Grundstock mit dem eigentlichen Motiv, das auf verschieden farbige Farbfelder gedruckt wurde).
Signatur Immendorff Zu Beginn seiner Karriere signierte Immendorff schon mal nur mit „FF“, um die Schreibweise seines Namens publik zu machen. Mit zunehmender Erkrankung (ALS) und dem Verlust der Funktion seiner Malerhand (Immendorff war ursprünglich Linkshänder) setzte Immendorff auf Schablonensignaturen, die der Wertigkeit der handschriftlichen Signatur in nichts nachsteht.
Werkgeschichte: Hommage an die berühmte Serie Cafe Deutschland
Der Bilderzyklus „Café Deutschland“ entstand in den Jahren 1977 bis 1983. Thema ist die deutsche Vergangenheit und Gegenwart, die Rolle der Kunst für und in der Gesellschaft. „Er ist erst 35 Jahre als, als er dieses schrille Universum aus Punkt, Politik, Freunden, Halbwelt und Bohème mit beißender Kritik malt. Ein politischer Rebell am künstlerischen Wendepunkt seiner Laufbahn, die fortan bestimmt ist, sich dieser deutsch-deutschen Realität zu stellen und wie kein anderer deutscher Künstler immer wieder in Skizzen, Zeichnungen, Gemälden (19 ingesamt) sowie zahlreichen Druckgrafiken (...) sich dieses Sujets zu bemächtigen, dass ihn selbst so gepackt und gefesselt hat.“ Beate Reiffenscheid, Immendorff – Das druckgrafische Werk, in Immendorff. Das grafische Werk, Werkverzeichnis (1968 – 2006)., Verlagsgruppe Geuer & Breckner GmbH Düsseldorf, 2006
Zitate über Immendorff: „Mit dem endgültigen Abschied von der Schönmalerei fand Immendorff dann Mitte der Siebzigerjahre zu seinem Stil und auch zu seinem Thema. Im Zyklus „Café Deutschland“ rechnet er mit der deutschen Wiedervereinigung ab.“ Marcus Wöller, taz.de, 26.09. 2005

Jörg Immendorff: Vitae
1945 geboren in Bleckede
1963 – 1964 drei Semester Bühnenkunst bei Theo Otto
1964 Aufnahme in die Klasse von Joseph Beuys, Kunstakademie Düsseldorf
1968 – 1970 „Lidl“-Aktivitäten in Düsseldorf
1968 – 1980 Kunsterzieher
1976 erste Begegnung mit A.R. Penck in Berlin.
1977 Mai zweites Zusammentreffen mit Penck „Aktionsbündnis“ beider Künstler. Beginn der Bilderserie zum „Café Deutschland“
1979 Besuch bei Penck in Dresden.
Seit Ende der 1970er Jahre Mitarbeit in der Grünen/Bunten Bewegung „Initiative Bunte Liste Düsseldorf“ (IBL)
1981 Gastprofessur an der Konsthoegskolan in Stockholm
1982 – 1983 Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Hamburg, der „Klasse F+F“ in Zürich und an der Kunstakademie Trondheim
1984 Eröffnung des Lokals „La Paloma“ St. Pauli, Hamburg
1986 Bühnenbild und Kostüme zu „Elektra“, Oper von Richard Strauß am Bremer Stadttheater
1987 Mitwirkung am phantastischen Rummelplatz „Luna, Luna“ von André Heller
1987 – 1988 3-monatiger Aufenthalt in Auckland/Neuseeland
1989 Professur an der Staedelschule in Frankfurt am Main
1995 Bühnenbild der Festspiel in Salzburg
1996 Entwurf einer Modekollektion
1996 Professur an der Kunstakademie Düsseldorf
1997 Gastprofessur an der Academy of Fine Arts in Tianjin in der Volksrepublik China
1999 Einweihung der 25 Meter hohen Skulptur „Elbquelle“ in Riesa
2002 Gastprofessur an Kunstakademie in Peking
2002 Bühnenbild und Kostüme für die Oper „Die Nase“ von Gogol, Staatsoper unter den Linden, Berlin
Jörg Immendorff starb im Mai 2007 an der Krankheit ALS.

Auszeichnungen / Preise
1987 2. Preis für Wandbildentwurf für die Wandelhalle der Frankfurter Paulskirche
1997 höchst dotierter Kunstpreis der Welt, den Marco Preis des Museums Monterey, Mexico
1997 Ernennung zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg
1998 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
2000 „Preis für Bildende Kunst“ der Dortmunder Kulturstiftung
2005 Verleihung der „goldenen Feder“ Die Goldene Feder ist ein Medienpreis, der von der Bauer Verlagsgruppe seit dem Jahr 2000 in mehreren Kategorien jährlich verliehen wird. Es werden Personen geehrt, die sich in den Medien dauerhaft etablieren konnten. Die Preisträger werden von einer Jury aus Chefredakteuren der Bauer Verlagsgruppe ausgewählt. Preisträger waren u.a. Gerhard Delling und Günther Netzer, Siegfried Lenz, Heiner Lauterbach, Götz George („Schimanski“), Harald Schmidt oder Udo Jürgens.
2006 Bambi in der Kategorie Kunst
2006 Goslarer Kaiserring Der Kaiserring der Stadt Goslar ist einer der wichtigsten ideellen Kunstpreise von internationaler Bedeutung. Weitere Träger waren u.a. bereits der Bildhauer Henry Moore (1. Träger des Goslarer Kaiserrings), Max Ernst, Georg Baselitz, Beuys, Christo, Jörg Immendorff.

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